Bocholt, 13. Mai 2005
Arbeitskreis Städtepartnerschaften: Keine Städtepartnerschaft mit Glubokoje
Delegationsbesuch mit Seniorenprogramm / "Seeadler" kommt nach Wilhelmshaven
Bocholt (pd).
Der Arbeitskreis Städtepartnerschaft beschäftigte sich am Dienstag, 10. Mai 2005, mit dem Programm für den Besuch der offiziellen Delegationen aus den Partnerstädten Rossendale / Großbritannien und Bocholt / Belgien.
Einstimmig begrüßten die Mitglieder das Besuchsprogramm, das in diesem Jahr vom 19.-23. Mai 2005 den Schwerpunkt auf die Seniorenarbeit in Bocholt legt. Auch ein Blick über die Grenze, nämlich zum "Dr. Jenny-Woonzorgcentrum" in Dinxperlo können die Delegationsmitglieder am Montag, 23. Mai 2005, werfen. Hier werden die Seniorenarbeit und die entsprechenden Wohnmöglichkeiten der niederländischen Nachbarn vorgestellt sowie ein Ausblick auf die gemeinsame Betreuung älterer Menschen an der Grenze gegeben. Eine Arbeitskreissitzung gemeinsam mit den beiden Delegationen steht am Freitag Nachmittag auf dem Programm. Hier werden sie sich mit dem "Konzept Städtepartnerschaften" beschäftigen und gegenseitig über Wege und Möglichkeiten der Kommunen in diesem Bereich informieren.
Die Arbeitskreismitglieder diskutierten außerdem über die Rückführung des ehemaligen Patenschiffs "Seeadler" (1958-1976) zum Deutschen Marinemuseum nach Wilhelmshaven. Der Förderverein Museums-Schnellboot e.V. Jever wird am 13. Mai 2005 eine Informationsveranstaltung zu diesem Projekt im Hotel-Restaurant "Am Erzengel" gemeinsam mit der Marinekameradschaft Bocholt 1904 e.V. veranstalten. Die Mitglieder würdigten in der Sitzung das herausragende Engagement der hiesigen Marinekameradschaft und sind bereit, einzelne Aktionen der Mitglieder auch nach Ende der Patenschaft zum jetzigen Schnellboot S68 "Seeadler" im September 2005 zu unterstützen. Die Begründung einer Patenschaft mit dem künftigen Museumsboot lehnte der Arbeitskreis jedoch ab.
Ebenfalls auf Ablehnung durch den Arbeitskreis stieß der Wunsch des Innenministeriums Nordrhein-Westfalen, dass Bocholt eine Städtepartnerschaft mit der weißrussischen Stadt Glubokoje begründen könnte. Die Stadt Bocholt hat beim Abschluss von Städtepartnerschaften immer den sogenannten "Bocholter Weg" beschritten, der besagt, dass jahrelange bürgerschaftliche Kontakte auf unterschiedlichsten Ebenen Voraussetzung dafür sind, dass Rat und Verwaltung der Stadt Bocholt über die Eingehung einer Städtefreundschaft beraten. Bislang gibt es keine bürgerschaftlichen Kontakte zwischen Bocholt und Glubokoje, so dass zurzeit keine Basis für den Abschluss einer Städtepartnerschaft gegeben ist.
Auf Kritik stieß die Benennung eines bürgerschaftlichen Vertreters zur Delegationsreise von Bürgermeister Peter Nebelo nach Wuxi / China im Oktober 2005. Hier sah der Arbeitskreis eine Abweichung von der rein wirtschaftlich gewünschten Beziehung nach Wuxi gegenüber den bestehenden Kontakten mit den Bocholter Partnerstädten. Bei den Delegationsreisen in eine der drei Partnerstädten ist immer ein bürgerschaftlicher Vertreter anwesend. Diese Praxis soll jedoch gegenüber Wuxi nicht angewandt werden. Die Wirtschaftskontakte sollen auch künftig im Mittelpunkt der Beziehungen zwischen Bocholt und Wuxi stehen. Neben dem Bürgermeister und einer Dolmetscherin werden auch vier Vertreter der hiesigen Wirtschaft mitreisen.
Die Deutsch-Britische Gesellschaft berichtete noch über ihre geplante Reise im Oktober nach Rossendale und wies insbesondere auf die immense Steigerung der Buskosten bei Gruppenreisen hin. Der Arbeitskreis wird sich in einer seiner nächsten Sitzungen damit beschäftigen, wie unter dem finanziellen Aspekt gute und regelmäßige Kontakte von hiesigen Gruppen zu ihren Partnern in den Bocholter Partnerstädten seitens der Stadt Bocholt unterstützt werden können.
Diese und weitere Informationen rund um die Partnerstädte finden Sie auch auf der Internetseite www.bocholt.de.