Bocholt, 19. Mai 2006
Stadt Bocholt unterstützt Gelsenkirchener Protestbewegung während der Fußball-WM
Bocholt (pd).
Die Stadt Bocholt unterstützt mit einer finanziellen Zuwendung eine Initiative aus Gelsenkirchen, die sich am 10. Juni aus Protest gegen eine dort angekündigte NPD-Kundgebung bildet.
Hintergrund: Der Landesverband der NPD (Nationaldemokratische Partei Deutschlands) hat für Samstag, 10. Juni, dem Tag nach dem Gelsenkirchener WM-Auftaktspiel Polen-Ecuador, eine Kundgebung angemeldet.
Gelsenkirchens Oberbürgermeister Frank Baranowski ist besorgt: "Gelsenkirchen steht damit vor der Situation, mit einem Aufmarsch, den ich zu keiner Zeit hier dulden möchte, im denkbar ungünstigsten Augenblick konfrontiert zu werden, denn die Weltmedien blicken auf unsere Stadt, die zugleich stellvertretend für Deutschland steht." Man wolle nicht "tatenlos zusehen", sondern "deutliche Gegenposition beziehen", schreibt Baranowski.
Und zwar so: Die "Demokratische Initiative gegen Diskriminierung und Gewalt, für Menschenrechte und Demokratie – Gelsenkirchen", in der sich demokratische Parteien, Kirchen, karitative Einrichtungen, Gewerkschaften und weitere Gruppierungen aus Gelsenkirchen zusammengeschlossen haben, wird am gleichen Termin einen Gegenprotest starten. Unter dem Motto "Für bunte Vielfalt – gegen braune Einfalt" sind kulturelle und musikalische Darbietungen geplant. Außerdem sollen namhafte Redner auftreten. Die Initiative bittet dabei um Hilfe.
Bocholts Bürgermeister Peter Nebelo findet die Idee unterstützenswert: "Auch die Stadt Bocholt als Mitglied des Städtetages NW ist der Meinung, dass eine Gegenbewegung zur angekündigten NPD-Kundgebung in Gelsenkirchen stattfinden muss, gerade vor dem Hintergrund der anstehenden Fußball-WM. Die Stadt Gelsenkirchen, unser Bundesland Nordrhein-Westfalen, letztlich ganz Deutschland steht dann im Fokus der Weltöffentlichkeit. Ein Erfolgsfaktor auf dem Fußballfeld ist "Zusammenhalt", und den will auch die Stadt Bocholt mit der Stadt Gelsenkirchen und der Demokratischen Initiative demonstrieren."