Pressemeldung der Stadt Bocholt

Bocholt, 24. November 2006

Blaue Fahne vor dem Rathaus: Signal gegen Gewalt an Frauen

Internationaler Aktionstag von "Terre des Femmes" am 25. November / Motto: "NEIN zu Gewalt an Frauen"

Bocholt (pd).

Der 25. November ist der von der Frauenrechtsorganisation „Terre des Femmes“ ausgerufene internationale Tag unter dem Motto „Nein zu Gewalt an Frauen!“. In über 1000 Städten Europas wird diese Aktion unterstützt. Auch Bocholt schließt sich neben anderen Kreisgemeinden der Aktion an, sichtbar durch eine blaue Fahne am Rathaus.

"Die Gleichstellungsbeauftragten aus dem Kreis Borken setzen mit dem blauen Banner und dem Symbol "Frei leben ohne Gewalt" ein Zeichen für ein freies und gewaltloses Leben von Frauen", so Annette Hünting, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Bocholt.

Anlässlich dieses Gedenktages führte "Terre des Femmes" erstmals 2001 eine bundesweite Fahnenaktion durch und wurde unterstützt durch Frauenhäuser, Ministerien, Universitäten, viele Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte, den DGB und andere Verbände.

Hünting: "Gewalt gegen Frauen gibt es auf der ganzen Welt, aber auch hier, in unserer Nachbarschaft. Diese Gewalt hat oft ganz alltägliche Erscheinungsformen und wird leicht übersehen." Am 25. November startet die bundesweite zweijährige Kampagne "Frauen schlägt man nicht".

Nach einer aktuellen Studie der Bundesregierung erlebt mindestens jede vierte Frau in Deutschland Formen von "Häuslicher Gewalt". Jährlich fliehen ca. 40.000 Frauen in Deutschland vor ihren gewalttätigen Partnern in eines der rund 400 Frauenhäuser in Deutschland. Dabei zeigt sich die Gewalt nicht nur in körperlicher, sondern auch in psychischer Form: Demütigung, Entmündigung, Beschimpfung oder Isolation - auch das sind Gewaltformen, die viele Frauen in ihrem täglichen Leben zu erdulden haben.

Im Kreis Borken gab es bis September diesen Jahres 240 Strafanzeigen wegen häuslicher Gewalt an Frauen, darunter 172 Fälle von Körperverletzungen. 118 mal wurden Männer ihrer Wohnung verwiesen. Die Zahlen lassen schon jetzt einen Anstieg gegenüber dem Vorjahr erkennen. 2005 wurden "nur" 257 Fälle häuslicher Gewalt bei der Polizei angezeigt, dazu kamen 101 Wohnungsverweisungen bzw. Rückkehrverbote. Bei all diesen Zahlen muss leider zusätzlich eine hohe Dunkelziffer angenommen werden.

Nützliche Adressen und Internetseiten:

Mit dem Problemfeld "Gewalt gegen Frauen" setzt sich im Kreis Borken der "Runde Tisch GewAlternativen" auseinander (www.gewalternativen.de).

Opfer von Gewalt bekommen Hilfe bei:
Kreispolizei Borken, Opferschutzbeauftragter,
Telefon 02861 / 900 88 85 und

Weißer Ring e.V. (Gemeinnütziger Verein zur Unterstützung von Kriminalitätsopfern und zur Verhütung von Straftaten), Telefon 02542 / 95 41 19

Thema Frauenrechte: www.frauenrechte.de


Hintergrundinformation zum 25. November:

Der 25. November geht als Gedenktag zurück auf den Tod der drei Schwestern Mirabel aus der Dominikanischen Republik, die am 25. November 1960 vom dortigen militärischen Geheimdienst gefoltert, vergewaltigt und ermordet wurden. Die Schwestern waren im Untergrund tätig und hatten sich in diesem Zusammenhang an Aktivitäten gegen den tyrannischen Diktator Trujillo beteiligt. Auf einem Treffen von lateinamerikanischen und karibischen Frauenrechtlerinnen 1981 in Bogotá gedachten die Teilnehmerinnen dieser Frauen und riefen den 25. November als internationalen Gedenktag an die Opfer von Gewalt an Frauen und Mädchen aus.

Pressekontakt: Stadt Bocholt - Fahrradfreundlichste Stadt Deutschlands, Annette Hünting, Stadt Bocholt, 02871/953-151