Pressemeldung der Stadt Bocholt

Bocholt, 21. Dezember 2006

Änderungen im Grundschulbereich

Maßnahmen werden notwendig wegen Abnahme der Schülerzahlen in Bocholt

Bocholt (pd).

„In den nächsten Jahren ist in Bocholt ein dramatischer Schülerrückgang zu erwarten. Wir rechnen mit 400 Grundschulkindern weniger bis 2011“, so Jochen Methling, Fachbereichsleiter für Schule, Bildung und Kultur bei der Stadt Bocholt. Ein Rückgang von 400 Kindern bedeutet, dass rund 18 Klassen weniger eingerichtet werden können, da das Land auch weniger Lehrerstellen zur Verfügung stellt.

"Wenn wir in Bocholt keine strukturellen Änderungen durchführen, werden wir in einigen Jahren Probleme in der Lehrerversorgung bekommen. Ein vernünftiger Unterricht wäre dann nicht mehr möglich", sagt Schulrat Erhard Marder.

Um auch künftig eine wohnortnahe Grundschulversorgung zu sichern, schlägt die Stadt Bocholt jetzt ein ganzes Maßnahmenbündel vor, das Konsequenzen für zehn der siebzehn Bocholter Grundschulen hat.

Nach dem Gesetz ist die Schließung von Schulen vorgesehen, die nicht mindestens zweizügig geführt werden können. In Ausnahmefällen ist auch die Zusammenlegung von zwei Schulen zu einem Verbund möglich. Dabei bedeutet ein Verbund "keine feindliche Übernahme, wo der Große den Kleinen schluckt", so Schulrat Marder. Beide Schulen sollen gleichberechtigt sein und sich autonom entwickeln können. Ein Schulverbund hat eine gemeinsame Schulleitung. Für die Kinder ändert sich durch den Zusammenschluss von zwei Schulen zu einem Verbund nichts.

Die Stadt Bocholt schlägt den Zusammenschluss von sechs Grundschulen zu drei Grundschulverbunden vor, nämlich Clemens-August-Schule und Pestalozzischule, Pfarrer-Wigger- und Georgiusschule und Liebfrauen- und Martinschule.

Ziel dieses Vorschlags ist es, die Pestalozzischule als einzige Gemeinschaftsgrundschule im Bocholter Osten zu erhalten und die Ortsteile Suderwick, Holtwick, Spork und Barlo als Grundschulstandorte zu sichern.

Zwei Grundschulen müssen jedoch – nach dem derzeitigen Stand der Planung – schrittweise bis zum Schuljahr 2011/2012 geschlossen werden, nämlich die Fildekenschule und die Edith-Stein-Schule.

Das Schulgebäude der Edith-Stein-Schule soll jedoch als Grundschulstandort erhalten bleiben, denn die Clemens-Dülmer-Schule könnte vom derzeitigen Standort am Ostwall zur Stresemannstraße verlagert werden, da das Schulgebäude mit der dortigen Turnhalle bessere pädagogische Rahmenbedingungen bietet. Die Clemens-Dülmer-Schule soll nach den Vorstellungen der Verwaltung mit mindestens einer Offenen Ganztagsschul-Gruppe am neuen Standort weitergeführt werden.

Für die Kinder der Fildekenschule, die demnächst schulpflichtig werden, stehen die Biemenhorster Schule sowie die Pestaolzzischule als nächstgelegene Grundschulen zur Verfügung.

Nach der Schließung der Fildekenschule könnte das am Mühlenweg gelegene Gebäude von der Melanchthonhauptschule als zweiter Standort genutzt werden.

Der bisherige zweite Standort der Melanchthonschule an der Weserstraße könnte dann ab dem Schuljahr 2011/2012 der Biemenhorster Grundschule als Dependancegebäude zur Verfügung gestellt werden, da nach der Schließung der Fildekenschule an der Biemenhorster Grundschule voraussichtlich mehr Kinder angemeldet werden.

Diese Vorschläge sollen den Kommunalpolitikern im kommenden Jahr zur Beratung vorgelegt werden.

Schulrat Erhard Marder: "Solche Veränderungsprozesse sind immer mit Ängsten und Spannungen verbunden. Wichtig ist jetzt, dass die Elternschaften der betroffenen Schulen nicht gegeneinander arbeiten. Wir hoffen aber, dass die Sachargumente überzeugen." Bei Gesprächen, die Methling und Marder mit den Schulkonferenzen der betroffenen Schulen geführt haben, haben sie den Eindruck gewonnen, dass eine Solidarität seitens der Elternschaften besteht.

Pressekontakt: Stadt Bocholt - Fahrradfreundlichste Stadt Deutschlands, Fachbereich Schule, Bildung und Kultur, Jochen Methling, Tel. 02871-953-337