Bocholt, 16. April 2007
IHK-Ranking: Bocholt Industrieschwergewicht in der Region Nord-Westfalen
Mit 10.200 Industriearbeitsplätzen Platz drei hinter Münster und Gelsenkirchen / Industrie gleichzeitig "Arbeitgeber" unternehmensnaher Dienstleistungen
Bocholt (pd).
Bocholt ist ein Industrieschwergewicht in Nord-Westfalen. Das ergibt sich aus dem IHK-Ranking für diese Region, die ganz wesentlich von der Industrie lebt, arbeiten hier doch knapp ein Viertel aller sozialversichungspflichtig Beschäftigten.
In der aktuellen Ausgabe des Wirtschaftsspiegels von 1.4.2007 wurde das Industriearbeitsplatz-Ranking veröffentlicht. Im Auftrag der IHK für den IHK-Bezirk Münsterland und Emscherlippe wurden 78 Städte und Gemeinden untersucht und bewertet. Bocholt ist mit mehr als 10.200 Industriearbeitsplätzen (IAP) die drittgrößte Industriestadt der Industrieregion Nord-Westfalen.
"Bocholt gehört damit zur TOP TEN der größten Industriestandorte, die für gut 78.000 der nord-westfälischen sozialversicherungspflichtig in der Industrie Beschäftigten stehen und damit tragende Säulen der Industrieregion sind", freut sich Bocholts Wirtschaftsförderer Klaus Kaiser über die gute Bewertung Bocholts.
- Industrieunternehmen am innovativsten -
Der industrielle Sektor in Deutschland war in der Vergangenheit von erheblichen Arbeitsplatzverlusten bzw. Abwanderungen/Arbeitsplatzverlagerungen betroffen. Diese negativen Tendenzen sind vorerst gestoppt. "Genau diese Entwicklung haben wir hier in Bocholt auch beobachten können", so Kaiser. Feststellbar ist, dass die Industrie in Deutschland in jüngerer Zeit sogar wieder an Terrain zurück gewonnen hat. Dabei spielen Kostendifferenzen im globalen Vergleich nur noch eine geringe Rolle. Viel wichtiger sind Innovationen und der Einsatz moderner Technologie, ohne die heute kein Unternehmen an lukrativen Wachstumsmärkten mehr bestehen kann. Dabei fällt auf, dass die Industrieunternehmen in Deutschland am innovativsten sind. Denn 90 % der Ausgaben für Forschung und Entwicklung (FuE) der Wirtschaft entfielen in Deutschland in der letzten Dekade auf das verarbeitende Gewerbe.
- Industrie Basis des technischen Fortschritts -
Die Industrie in Deutschland ist die Basis des technischen Fortschritts. Die Industrie als wichtiger Teil der Wirtschaft ist gleichzeitig der "Arbeitgeber" für die unternehmensnahen Dienstleistungen. Denn während die Innovationen überwiegend im Industriesektor entstehen, sind die Dienstleister die großen Anwender bzw. ein entscheidender Katalysator dafür, dass Neuerungen den Weg zu den Kunden finden.
Oftmals entstehen Wettbewerbsvorteile gegenüber Konkurrenten erst durch die Kombination von Waren und Service. Zum einen, weil Unternehmen und Konsumenten beim Kauf von Industriewaren oft auch produktbegleitende Dienstleistungen erwarten. Zum anderen aber auch, weil viele produkt- und unternehmensnahe Dienstleistungen ohne eine industrielle Basis nicht in diesem Umfang nachgefragt würden.
- Bocholt über dem Landesdurchschnitt -
Die Top-Ten-Liste des IHK-Rankings führt Münster mit 15.036 Industriearbeitsplätzen (IAP) an, gefolgt von Gelsenkirchen (13.603 IAP) und Bocholt als Drittem mit 10.200 IAP. Allerdings verdankt die Stadt Münster ihren führenden Platz nicht dem hohen Anteil der Industrie, sondern der Vielzahl ihrer Beschäftigten (18 % von ganz Nord-Westfalen). Daher ergibt sich ein anderes Bild, wenn man den Anteil der Industriebeschäftigten an den Gesamtbeschäftigten als Kriterium für die Bedeutung der Industrie vor Ort heranzieht. Hier bilden Münster (12 %), Havixbeck (7) und Tecklenburg (5) die Schlusslichter. Dagegen liegt Bocholt auch hier mit ca. 37 % Industriedichte im oberen Drittel und damit auch noch deutlich über dem nord-westfälischen und nordrhein-westfälischen Durchschnitt (24 bzw. 25 Prozent).
Einzelheiten der IHK-Untersuchung
- Bocholt (2.284 Beschäftigte) gehört neben Oelde (3028) und Beckum (2974) eindeutig zum führenden Standort des nordwestfälischen Maschinenbaus.
- Die nord-westfälischen Textilindustrie stellt noch 5 % der Industriebeschäftigten (8737), die meisten davon arbeiten in Emsdetten (1642) und Bocholt (1499).
- Bocholt ist außerdem u.a. auch aufgrund der Beschäftigtenstruktur ein bedeutender Standort für die Nachrichtentechnik.
Pressekontakt: Stadt Bocholt - Fahrradfreundlichste Stadt Deutschlands, Fachbereich Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung, Klaus Kaiser, 0 28 71 95 33 23, E-Mail: kkaiser@mail.bocholt.de