Pressemeldung der Stadt Bocholt

Bocholt, 26. November 2008

Thema im Arbeitskreis Gleichstellung: „Familie und Beruf“

Vorstellung des EWIBO Lotsen- und Servicemodells für Unternehmen und Familie

Bocholt (pd).

Der Arbeitskreis für Fragen der Gleichstellung von Frau und Mann der Stadt Bocholt widmete sich in seiner Sitzung am Dienstag, 25. November 2008, einem umfangreichen Thema: „Familie und Beruf“.

Karin Hartmann, Beauftragte für Chancengleichheit und Existenzgründung am Arbeitsmarkt der Agentur für Arbeit, Coesfeld, sowie der Prokurist und Betriebsleiter der Entwicklungs- und Betriebsgesellschaft der Stadt Bocholt mbH (EWIBO), Berthold Klein-Schmeinck, stellten in ihren Vorträgen die Möglichkeiten von Berufsrückkehrerinnen und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf vor.

 

„46 Frauen sind zurzeit bei der Arbeitsagentur als Berufsrückkehrerinnen für Bocholt gemeldet.“, so Karin Hartmann in ihrem Referat und ergänzte, dass derzeit kein Mann diese Position innehat. Im Oktober waren insgesamt 5,7 % der Menschen in dieser Region arbeitslos, davon nehmen Frauen den größten Teil der Arbeitslosen ein. Generell sei festzustellen, so die Referentin, dass ältere Frauen häufiger und länger arbeitslos sind wie Jüngere. Außerdem gibt es die Tendenz, dass mehr Frauen aus der Nicht-Erwerbstätigkeit, z. B. nach der Familienphase, arbeitslos werden.

 

Hier setzen auch die Instrumente der Arbeitsverwaltung für die Berufsrückkehrerinnen ein, so Hartmann, die nicht nur für den allgemeinen Arbeitsmarkt sondern insbesondere für den Arbeitsmarkt der Berufsrückkehrerinnen gelten. Dazu gehören z. B. Projekte für allein erziehende Frauen, denen die Möglichkeit zu einer Berufsausbildung in Teilzeit angeboten wird. Dazu kommen begleitende Hilfen für die jeweilige Familiensituation, damit gerade junge Frauen Unterstützung bei der Mehrbelastung durch Ausbildung, Haushalt und Kindererziehung erhalten.

 

Abschließend verwies Karin Hartmann auf die laufende Netzwerkarbeit der Arbeitsagentur mit den Gleichstellungsbeauftragten im Kreis Borken sowie weiteren Institutionen, die ihren Beitrag dazu leisten, die Arbeitslosigkeit von Frauen zu verringern. Hilfreiche Broschüren zu den umfangreichen Angeboten der Arbeitsagentur stehen im Internet auf der Seite www.arbeitsagentur.de zur Verfügung. Für alle diejenigen, die sich – auch ohne arbeitslos zu sein – für Beruf und Weiterbildung interessieren, gibt es auf der Internetseite www.ba-neues-lernen.de kostenlose Angebote die eigenen Kenntnisse in Fremdsprachen, Allgemeinbildung, Betriebsalltag oder auch Existenzgründung zu testen.

 

Ergänzend zu den Maßnahmen der Arbeitsagentur stellt die EWIBO mit dem „LoS“ – dem Lotsen- und Servicemodell für Unternehmen und Familie - mit der Lotsin Sonja Telahr ab dem 1. Dezember 2008 eine Anlaufstelle für Unternehmen und Beschäftigte zur Verfügung, um Fragen nach der Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu klären. Es gibt für Fragen dieser Art zwar bereits ein umfangreiches Angebot, nur, so Klein-Schmeinck, noch keine Bündelung des Wissens an einer Stelle. Deshalb wird als erster Projektschritt des „LoS“, neben der Einrichtung einer persönlichen Ansprechpartnerin, auch eine Internetseite aufgebaut, die zur Klärung vieler Fragen angeklickt werden kann.

 

Hintergrund des neuen Projektes ist ein starker Arbeitsmarkt in dieser Region mit vielen kleinen und mittleren Unternehmen und der demografisch bedingte Rückgang jüngerer Arbeitnehmer. Damit werden die Unternehmen stärker in die Pflicht genommen, so der Referent, Personalmarketing wahrzunehmen, um wertvolle Mitarbeiter zu binden sowie Beschäftigungsunterbrechungen, z. B. durch die Familienphase, zu vermeiden bzw. zu reduzieren. In dieser Hinsicht diskutierten die Arbeitskreismitglieder insbesondere über die Möglichkeiten der Kinderbetreuung, z. B. in betrieblichen Kindergärten, gerade für berufstätige Frauen. Dieser Punkt, so der Arbeitskreis, soll auch im Rahmen der nächsten Sitzung des Wirtschaftsförderungsausschusses der Stadt Bocholt beraten werden.

 

Dm Thema „Pflege und Beruf“ hat sich in besonderer Weise die Firma VKF Renzel in Zusammenarbeit mit der EWIBO angenommen. Dort werden, z. B. mittels Vorträge für die Beschäftigten, die Möglichkeiten der Vereinbarkeit von Pflege und Beruf vorgestellt. Ziel dieses Projektes ist, so Klein-Schmeinck, ein „offenes Ohr“ für die Belange von Beschäftigten und die Interessen der Unternehmen zu diesem oftmals noch tabuisierten Thema zu erhalten.

 

Abschließend zog die Gleichstellungsbeauftragte, Annette Hünting, das Fazit aus der Veranstaltungsreihe „Frau + Beruf“. „In Bocholt haben mehr als 150 Frauen an fünf Veranstaltungen teilgenommen.“ Kreisweit nahmen über 1.000 Frauen an der vom Netzwerk der kommunalen Gleichstellungsbeauftragten im Kreis Borken ins Leben gerufene Reihe teil.

 

Außerdem teilte Hünting zum Stand des Beginenprojektes in Bocholt mit, dass die Gründung eines eigenen Vereins bevorstehe. Darüber hinaus steht die Gruppe mit einem möglichen Investor für ein entsprechendes Wohnprojekt im Kontakt, so die Gleichstellungsbeauftragte.

 

Mit einem Ausblick auf die geplanten Veranstaltungen zum Internationalen Frauentag 2009 beschloss der Arbeitskreis seine Sitzung.

Pressekontakt: Stadt Bocholt - Fahrradfreundlichste Stadt Deutschlands, Fachbereich Zentrale Verwaltung, Partnerschaftsbeauftragte Petra Taubach, Telefon 0 28 71 95 33 28, E-Mail: ptaubach@mail.bocholt.de