Bocholt, 16. Dezember 2008
Grüße zum Jahreswechsel in die ganze Welt
Bürgermeister Peter Nebelo schreibt ehemaligen jüdischen Mitbürgern
Bocholt (pd).
Bürgermeister Peter Nebelo schickte zum Jahreswechsel die jährlichen Grüße aus Bocholt an die ehemaligen Mitbürgerinnen und Mitbürger jüdischen Glaubens. In die USA gingen 16 Briefe, drei wurden nach Argentinien gesandt, und je einer erreichte Israel bzw. Paraguay.
Insgesamt erhalten in diesen Tagen 21 Familien Post aus Bocholt. Die Idee, die ehemaligen jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger anzuschreiben, wurde im Jahr 1979 vom verstorbenen Ehrenoberbürgermeister und Ehrenbürger Günther Hochgartz ins Leben gerufen.
In seinem jetzigen Brief berichtete Bürgermeister Nebelo von der Fortsetzung der Aktion „Buch der Erinnerung - Juden in Bocholt 1938 – 1945“. So konnten am 10. Dezember 2008 diesem Buch weitere 65 Gedenkblätter hinzugefügt werden. Das Buch Josef Nieburs, Mitglied des VHS-Arbeitskreises „Synagogenlandschaft“, umfasst jetzt, genau ein Jahr nach seiner Erstvorstellung, 112 Biogramme. Der Bürgermeister schreibt weiter: „In diesen Biogrammen hat Herr Niebur aus den Informationen, die er in mühsamer Recherche und durch persönliche Kontakte mit Ihnen, meine sehr geehrten Damen und Herren, zusammentrug, die Herkunft und das Leben sowie die Ermordung der ehemaligen Mitbürgerinnen und Mitbürger jüdischen Glaubens, deren Leben in irgendeiner Weise mit der Stadt Bocholt verbunden war, niedergeschrieben.“
Außerdem erinnerte Nebelo an den Besuch des ehemaligen jüdischen Mitbürgers Dr. Henry John Goldsmith mit seinem Sohn Jonathan. Dr. Goldsmith war aus Großbritannien nach Bocholt gereist, um hier an der 2. Aktion der Verlegung von Stolpersteinen im Januar 2008 teilzunehmen. Der Künstler und Initiator dieser Aktion, Gunter Demnig, verlegte am Hause der Großmutter von Dr. Goldsmith am Hemdener Weg sieben Stolpersteine für die einzelnen Familienmitglieder, die Opfer des Holocaust wurden.
Verbunden mit den besten Wünschen für das neue Jahr schickte der Bürgermeister den ehemaligen jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern je einen Fotokalender mit verschiedenen Ansichten aus Bocholt.
Pressekontakt: Stadt Bocholt - Fahrradfreundlichste Stadt Deutschlands, Fachbereich Zentrale Verwaltung, Partnerschaftsbeauftragte Petra Taubach, Telefon 0 28 71 95 33 28, E-Mail: ptaubach@mail.bocholt.de