Pressemeldung der Stadt Bocholt

Bocholt, 16. Januar 2009

Ungebrochener Trend zum deutschen Pass

134 Einbürgerungen in 2008

Bocholt (pd).

Auch im vergangenen Jahr bewegte sich das Interesse von Bocholter Bürgern mit fremder Staatsangehörigkeit an einer Einbürgerung auf hohem Niveau. 134 deutsche Neubürgerinnen und Neubürger konnten im Rathaus begrüßt werden.

47 Personen besaßen zuvor die türkische Staatsangehörigkeit, während die übrigen Länder sich bunt verteilen – hier reicht die Palette von den Niederlanden (8) über Polen (7) und Kroatien (4) bis zu Syrien (7) und Pakistan (3). Im Jahr 2007 waren 161 und im Jahr 2006 noch 188 Migrantinnen und Migranten eingebürgert worden.

"Diese ungewöhnlich hohen Zahlen sind darauf zurückzuführen, dass in diesen Jahren noch zahlreiche frühere Bürgerkriegsflüchtlinge vor allem aus dem Kosovo die zeitlichen Einbürgerungsvoraussetzungen erfüllt hatten", erklärt Martin Wolters von der Bocholter Ausländerbehörde. Auch müssten Interessenten, die keinen deutschen Schulbesuch nachweisen können, auf Grund gesetzlicher Änderungen nunmehr neben Sprach- und Lese- auch Schreibfähigkeiten nachweisen, was häufig den vorherigen Besuch eines Deutschkurses voraussetze.

Der neu eingeführte Einbürgerungstest hat sich laut Wolters entgegen verbreiteter Befürchtungen nicht als Hürde für den Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit erwiesen. Von 33 Fragen müssen bei dem Test, der bei der Volkshochschule abgelegt wird und sich mit dem Leben in Deutschland beschäftigt, 17 richtig beantwortet werden. In Bocholt hat bislang jeder Teilnehmer souverän bestanden, so die Verwaltung.

Während die Einbürgerung in der Regel den Verzicht auf die bisherige Nationalität voraussetzt, können die meisten Staatsangehörigen aus Staaten der Europäischen Union ihren alten Pass behalten; lediglich Österreich hat noch keinen Vertrag auf Gegenseitigkeit mit der Bundesrepublik abgeschlossen.

Um Deutscher werden zu können, muss der Bewerber im Regelfall seit acht Jahren eine Aufenthaltserlaubnis besitzen. Bei bestandenem Integrationskurs verkürzt sich diese Frist auf sieben und bei Personen mit deutschem Ehepartner auf drei Jahre. Weiterhin müssen der gesicherte Lebensunterhalt, Vorstrafenfreiheit und Deutschkenntnisse nachgewiesen werden.

Pressekontakt: Stadt Bocholt - Fahrradfreundlichste Stadt Deutschlands, Büro des Bürgermeisters, Pressesprecher Karsten Tersteegen, Telefon 0 28 71 95 33 27, E-Mail: karsten.tersteegen@mail.bocholt.de