Bocholt, 25. November 2009
"Wir brauchen Kraftwerke, die immer laufen"
Dr. Martin Giesen informiert beim Unternehmerfrühstück
Bocholt (pd).
"Wir brauchen Kraftwerke, die immer laufen", informierte Dr. Martin Giesen, Vorstandsvorsitzender der Advanced Power AG, die Teilnehmer des Business-Breaks in der Residenz am heutigen morgen, "flexilbe Stromerzeugung ist notwendig zum Ausgleich der Schwankungen von Solar- und Windenergie".
Gut 90 Interessierte waren der Einladung des städtischen Fachbereichs Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung und der UnternehmerverbandsGruppe e.V (UVG) gefolgt.
In Bocholt wird ein Gas- und Dampfkraftwerk (GuD-Krafwerk) mit einer Leistung von 415 Megawatt entstehen, "damit können sie eine Stadt wie Düsseldorf (incl. der kompletten Industrie) versorgen", erläuterte Giesen. Besonders hob Giesen den Wirkunsgrad hervor, "mit über 57% liegt diese Technik weit vor denen der Kohle- (40%) und der alten Braunkohlekraftwerke (30%), die da nicht mithalten können", so Giesen, der die Zusammenarbeit mit der Stadt Bocholt und der BEW lobte.
1999 habe man ein Projekt mit InterGen begonnen, "wir wollten eine Anlage mit 1.200 Megawatt in Bocholt errichten", erinnert sich Giesen, "letztendlich scheiterte das Projekt aber an der fehlenden Netzanschlussfähgikeit". In 2004 habe er (dann schon Vorstandsvorsitzender Advanced Power) auf Anregung von Klaus Kaiser, dem Leiter des Fachbereichs Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung ein neues Projekt in Angriff genommen in Zusammenarbeit mit Siemens Projekt Ventures (SPV). "Wir haben die Leistung auf 415 Megawatt reduziert", so Giesen, "damit war dann auch der Netzanschluss über die RWE-Verteilerstation in Wittenhorst möglich". Wesentlicher Erfolgsfaktor sei die durchgängige Unterstützung der Stadt Bocholt und der BEW gewesen, "sie verhalfen dem Projekt schlussendlich zum Erfolg", berichtete Giesen.
Bocholt sei ein idealer Standort für ein GuD-Kraftwerk. Zum einen sei die Gasversorgung über eine acht Kilometer lange Stichleitung sicher gestellt und zum anderen wird es eine Stromanbindung über ein 10 Kilometer langes Erdkabel an den Knoten der RWE in Wittenhorst geben. Bocholt biete den Platz für die Luftkühlung, "andere Kraftwerke, die auf Wasserkühlung bauen, können im Sommer schon mal Probleme bekommen", weiß Giesen.
Im Betrieb werden 40 hochqualifizierte Arbeitsplätze im Kraftwerk geschaffen, weil es sich um eine hochautomatisierte Anlage handelt, "hinzu kommen dann über 70 indirekte Arbeitsplätze im Bereich zuliefernde Betriebe und Dienstleister und es wird eine Menge an indirekten Effekten hinzukommen. In der Regel werden Dienstleistungen im Wert von über 15 Millionen eingekauft."
Derzeit laufen noch die letzten Verhandlungen über die Wegerechte für die Stromanbindung und für Gaslieferung und Stromabnahme mit zukünftigen Projektpartnern und langfristigen Investoren.
"Der Markt ist zurzeit relativ günstig", so Giesen abschließend, "die Bedigungen für GuDs sind gut, mit dem Baubeginn rechne ich im nächsten Jahr".
"Ich hoffe, dass wir im Frühjahr nächsten Jahres unsere gemeinsamen Entwicklungsarbeiten abgeschlossen haben", so Klaus Kaiser, Leiter des Fachbereichs Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung, "und mit den Bauvorbereitungen begonnen werden kann, damit wir unser Ziel, das Kraftwerk 2012 ans Netz zu bringen, auch verwirklichen können". Kaiser hofft zudem, dass von der Bauaktivität auch die Bocholter Unternehmen profitieren können.
Lesen Sie mehr im Artikel auf der www.bocholt.de. Dort sind auch Fotos eingebaut.
Pressekontakt: Stadt Bocholt - Fahrradfreundlichste Stadt Deutschlands, Fachbereich Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung, Klaus Kaiser, +49 2871 953-323, E-Mail: klaus.kaiser@mail.bocholt.de
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Dr. Martin Giesen
Dr. Martin Giesen referierte beim Unternehmerfrühstück zum Gas- und Dampfkraftwerk, das im Industriepark Bocholt gebaut wird - Foto: Bruno Wansing, www.bocholt.de