Pressemeldung der Stadt Bocholt

Bocholt, 22. Februar 2010

"Gefahr in Verzug"

Vortrag von Ingrid Beiring

Bocholt (pd).

Der Gesprächskreis Bocholter Stadtgeschichte lädt am 4. März 2010 zum Vortrag von Ingrid Beiring ins Stadtarchiv Bocholt ein. Um 18.30 Uhr heißt es hier "Gefahr in Verzug"- Ausschreitungen in Bocholt 1848/49, der Eintritt ist frei.

Seit 1847/48 verschärften sich vor dem Hintergrund einer gesamteuropäischen Wirtschaftskrise die sozialen und politischen Spannungen derart, dass es in fast allen europäischen Ländern zu Erhebungen gegen die bestehende Ordnung kam.

In der preußischen Provinz Westfalen rechneten die Regierenden nicht ernsthaft mit Ausschreitungen, vertrauten sie doch selbst in dieser Krisensituation auf die passive Haltung der "frommen und treuen Westfalen" gegenüber politischen Umwälzungen. Aber auch hier kam es zu Massenversammlungen und Petitionen an die Magistrate, schließlich sogar zu gewaltsamen Ausschreitungen. Im Westmünsterland waren davon neben Dülmen besonders Bocholt und Rhede betroffen.

Die preußische Verwaltung setzte bei der Bekämpfung der Proteste neben dem Einsatz von Militär auf die Errichtung von Bürgerwehren. Damit kam man zudem einer der klassischen Märzforderungen nach, nämlich der nach Volksbewaffnung.

Schwerpunkte des Vortrages sind die Schilderung der Tumulte sowie die Klärung der Fragen: Wer verbarg sich hinter den "Tumultuanten"  und welche Beweggründe trieben sie an. Außerdem wird die Bocholter Bürgerwehr betrachtet: Wie war sie organisiert und bewaffnet, und was konnte und wollte sie angesichts der gewaltsamen Exzesse leisten?

Der Gesprächskreis Bocholter Stadtgeschichte wird vom Stadtarchiv Bocholt und der Volkshochschule Bocholt-Rhede-Isselburg getragen. Stadtarchivar Dr. Hans D. Oppel wird durch den Abend leiten.

Pressekontakt: Stadt Bocholt - Fahrradfreundlichste Stadt Deutschlands, Büro des Bürgermeisters, Pressesprecher Karsten Tersteegen, Telefon 0 28 71 95 33 27, E-Mail: karsten.tersteegen@mail.bocholt.de