Bocholt, 19. Mai 2010
"Wir arbeiten an der Marke Bocholt"
Stadtmarketingchef Ludger Dieckhues referiert beim Unternehmerfrühstück - 14jährige Erfolgsgeschichte
Bocholt (pd).
"Wir arbeiten an der Marke Bocholt", stellte Ludger Dieckhues seinen Vortrag beim Unternehmerfrühstück im Hotel Residenz ganz ins Zeichen des Standortmarketings für die Stadt Bocholt, "und das gemeinsam mit Wirtschaftsförderung, Unternehmen und den Bürgerinnen und Bürgern."
Viermal im Jahr laden die städtische Wirtschaftsförderung und die Unternehmerverbandsgruppe zum geschäftigen Frühstück ein. Am heutigen Mittwoch waren fast 100 Vertreter von Unternehmen, Verbänden und Gruppierungen der Einladung gefolgt.
Wendelin Knuf vom Fachbereich Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung hatte die Gäste begrüßt und die hervorragende Zusammenarbeit mit der Stadtmarketing Gesellschaft betont: "Insbesondere im Bereich des Standortmarketings hat die städtische Wirtschaftsförderung gemeinsam mit Stadtmarketing bereits etliche Projekte erarbeitet und realisiert, aber auch im Bereich des Verkaufsflächenmanagements gibt es eine gute Kooperation."
Ludger Dieckhues beschrieb zunächst einen Tag im Ablauf eines Stadtmarketing-Geschäftsführers und stellte da auch gleich die drei Hauptaufgabengebiete vor. Auf seinem Weg zu einem Unternehmen in Rhede, das auch einen Sitz in Bocholt hat, sei ihm aufgefallen, "Mensch, die waren sonst immer nur in Bocholt, jetzt sind die auch in Rhede", so Dieckhues. "Da merkt man, dass es gerade im Bereich der Ansiedlung von Unternehmen vor allem darum geht, Bocholt richtig zu positionieren. Das ist, in Zusammenarbeit mit der städt. Wirtschaftsförderung ein Feld von Stadtmarketing." Zurück im Büro habe es gleich einen Anruf vom Markt gegeben. Ein neuer Händler habe Bänke in der Osterstraße als Präsentationsfläche für seine Blumen genutzt, "das ärgert die Geschäftsleute, da sind wir dann Vermittler." Zurück im Büro habe er dann eine erfreuliche Nachricht erhalten: "9.000 Karten sind für das Open Air am Hünting mit Silbermond schon verkauft", berichtet Dieckhues, "das bedingt aber dann auch gleich neue Arbeit, die Abdeckung der Rasenfläche muss erweitert werden, da heißt es, telefonieren, um die Veranstaltung zu einem Erfolg werden zu lassen." Telefonisch gehe es dann weiter. Mit dem Centermanager des Essener Centers Limbecker Platz habe er die Probleme besprochen, die die Essener auch bekommen. "Der Limbecker Platz boomt", so Dieckhues, "aber was ist dann mit der Kettwiger Straße? Zusätzliche Center in den Städten an Rhein und Ruhr machen die ganze Region attraktiver, das wiederum ist aber Konkurrenz für die Mittelstädte wie z.B. Bocholt eine ist. Citymarketing ist somit ein weiteres Aufgabenfeld von uns."
Am Abend habe er dann den Äußerungen des Stadtkämmerers Jürgen Elmer entnommen, "dass Bund, Land, Kommunen, finanziell am Limit sind", berichtet Dieckhues, "da weiß ich, dass freiwillige Leistungen der Stadt auf den Prüfstand kommen. Dazu zählt natürlich auch der Zuschuss, den wir bekommen, aber um diesen Zuschuss werde ich kämpfen, Stadtmarketing ist für Bocholt im Konkurrenzkampf der Städte notwendig." Bei seiner abendlichen Rennradfahrt über den Kreuzkapellenweg ("längste Straße in Bocholt - 10,781 km") habe er dann seinen Blick nördlich Richtung Holland und südlich Richtung Bocholt schweifen lassen, "Tourismus ist das nächste Aufgabenfeld von Stadtmarketing", so Dieckhues, "wir sind Teil des Münsterlandes, haben den niederländischen Achterhoek direkt in der Nachbarschaft und betreiben regionales Marketing über unsere Tourist Info."
1,5 - 2 Millionen Euro Umsatz generiere er mit seinem Team in jedem Jahr, "größtenteils bringen wir das in Aktionen, Veranstaltungen und Konzepte ein", so Dieckhues weiter, "Stadtmarketing ist für das Leben in der Stadt zuständig." Die Nachbarstädte Borken, Rhede, Kleve, Wesel seien aufgewacht und da müsse sich Bocholt auch weiterhin im Wettbewerb der Städte behaupten. "Wir arbeiten für die Marke Bocholt und das von A - Z, von der Idee über die Planung, Organisation und Ausführung bis hin zur Realisierung und anschließendem Controlling", beschreibt Dieckhues das weitere Aufgabenfeld der Stadtmarketing Gesellschaft. "Wir verstehen uns seit fast 14 Jahren als Organisator und Impulsgeber, Instrument und Ideengeber für den Gemeinschaftsgedanken." Dabei sei es oberstes Ziel, Bocholt, das Stadttypische, das Identitätsgebende in den Vordergrund zu stellen und nicht seine Gesellschaft selber, "an oberster Stelle steht da der Bürger, der sich mit seiner Stadt identifizieren soll", so Dieckhues. Auf die vielen Projekte und Aktionen aus den Jahren 1999 - 2009 ging er im weiteren Verlauf kurz ein und betonte dabei, wie wichtig gemeinsames Handeln aller Beteiligten sei. "Sicherlich ist die Stadtmarketing Gesellschaft ein wenig handelslastig", erläuterte Dieckhues, "aber durch die sehr gute Kooperation vor allem mit der städtischen Wirtschaftsförderung wie auch mit anderen städtischen Fachbereichen können wir den Handel, die Innenstadt, die Standortgemeinschaften, wo früher die Profis fehlten, mit professionellen Werbekampagnen und Aktionen unterstützen und damit Leute in die Stadt holen." Durch die vielen Veranstaltungen, bei denen auch Schüler und Eltern mit eingebunden würden, gelinge es zum einen, Identität zu schaffen und zum anderen aber auch, dem Handel entsprechende Frequenz zu bieten.
"Seien Sie so begeistert von der Stadt, wie ich das für mich und mein Team in Anspruch nehme", appellierte Dieckhues an die Gäste des Unternehmerfrühstücks, "helfen Sie uns, aktives Stadtmarketing zu beleben." Die Krux liege oft im Detail, "wenn in Ihren Unternehmen etwas schief läuft, gehen Sie zu Ihren Mitarbeitern und sagen denen, beim nächsten Mal machen wir das wieder besser", so Dieckhues, "wenn bei uns was schief läuft, sagen mir das die Medien." Man müsse im Medienzeitalter schnell mit öffentlicher Kritik rechnen und darauf entsprechend reagieren, denn Fehler werden gemacht und es gebe ja Gott sei Dank auch konstruktive Kritik, die man sich zu Herzen nehme. "Wir wollen als Stadtmarketing Gesellschaft etwas für Bocholt bewegen", so Dieckhues abschließend, "und gleichzeitig noch wirtschaftlich arbeiten, das ist uns in den zurückliegenden Jahren oft gelungen."
Wendelin Knuf unterstrich anschließend, dass es „nur gemeinsam mit Ihnen, den Akteuren aus der Wirtschaft, Politik, Verwaltung und anderen gesellschaftlichen Gruppen immer wieder auf Neue gelingen kann, Leben in unsere Stadt zu bringen“. PPP sei insofern also keine Zauberformel, sondern müsse praktisch gelebt werden.
Rudolf Schmeing von der Schmeing Bauträger GmbH hielt im Anschluss daran einen flammenden Appell für die Stadtmarketing Geselllschaft. "Ich bin seit der ersten Stunde dabei und kann sicherlich sagen, dass Ludger Dieckhues mit seinem Team eine 14jährige Erfolgsgeschichte geschrieben hat", so Schmeing, "wenn ich Ingenieure in meinem Unternehmen benötige, muss ich die oft von außerhalb holen, dann erleichtern uns die Aktivitäten des Stadtmarketings, die neuen Mitarbeiter vor Ort davon zu überzeugen, dass Bocholt eine lebens- und liebenswerte Stadt ist." Aus diesem Grund sei es wichtig, Bocholt als Marke weiter zu entwickeln und die Arbeit der Stadtmarketing Gesellschaft zu unterstützen. Im Aufsichtsrat herrsche zumeist große Einigkeit. "Alle haben erkannt, dass es um die eine Sache geht", so Schmeing, "und das ist Bocholt." Die Politik ziehe auch immer mit, "es ist toll, dass diese Stadt für unsere Mitarbeiter so lebenswert ist", so Schmeing, "wichtig ist, dass wir unser Engagement auf eine breite Basis stellen, helfen Sie uns dabei." „Die Worte von Herrn Schmeing und der große Zuspruch heute hier wie auch die etlichen anwesenden Gesellschafter des Stadtmarketings zeigen doch das starke Interesse Ihrerseits, an einer positiven Stadtentwicklung mitzuwirken und damit unseren Wirtschaftsstandort zu stärken,“ so Wendelin Knuf abschließend zum Auditorium
Bildergalerie zur Veranstaltung auf der www.bocholt.de
Hintergrundinformationen zur Stadtmarketinggesellschaft Bocholt mbH & Co. KG:
- Gründung: 25. März 1996
- Beginn operative Tätigkeit. 1. Oktober 1996
- Gesellschafter: Stadt Bocholt zu 50 % - Handel, Industrie, Dienstleister, Verbände, Vereine zu 50 %
- Consulting: in 1995/1996 durch Stadtmarketing Gelsenkirchen
- Rechtsform: GmbH & Co. KG
- Stammkapital: Komplementär GmbH mit DM 50.000 / Euro 25.565
- Kommanditkapial: KG mit DM 950.000 / Euro 485.727
Pressekontakt: Stadt Bocholt - Fahrradfreundlichste Stadt Deutschlands, Fachbereich Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung, Geschäftsbereich Öffentlichkeitsarbeit, Bruno Wansing, Telefon 0 28 71 95 35 71, E-Mail: bruno.wansing@mail.bocholt.de