
„Bei ´Vorlesungen´ arbeiten wir mit den Hochschulen zusammen, die im und um den Ennepe-Ruhr-Kreis angesiedelt sind. Wir möchten die Termine nutzen, damit Unternehmen und Wissenschaft noch stärker miteinander ins Gespräch kommen und so den Wissens- und Technologietransfer unterstützen. Im Idealfall finden auf diese Weise neue Kooperationspartner zusammen“, erläutert Katja Kamlage von der EN-Agentur die Ziele der neuen Reihe. Als Referenten werden Professoren eingeladen, die auf ihrem Gebiet überregionales Ansehen genießen und einen hohen Bekanntheitsgrad aufweisen. „Mitarbeiter der Hochschultransferstellen stehen zudem immer für alle praktischen Fragen über Kooperationen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft zur Verfügung“, so Kamlage.
Mit der Universität Witten/Herdecke hat die EN-Agentur den idealen Partner für die Auftaktveranstaltung gefunden. Bereits mit dem Premierenthema „Über Generationen erfolgreich - Langlebigkeit in Familienunternehmen“ stieß das neue Angebot auf großes Interesse. Kein Wunder, schließlich sind auch in unserer Region viele mittelständische Betriebe und Firmen familiengeführt. Vor mehr als 40 Teilnehmern machte von Schlippe deutlich, wie sehr diese Unternehmensform mit dem täglichen Spagat zwischen Geschäft und Familie leben muss und vor welche Herausforderungen die Betroffenen daher täglich gestellt werden. Einen Schwerpunkt seines Vortrages legte er auf psychologische Fragen rund um Familienstrategie und -management, Konflikte und Konfliktmanagement, Unternehmensnachfolge sowie Wertevermittlung und Unternehmenskultur.
„Neben einer Vielzahl von Sachinformationen und praxisnaher Beispiele, die aufzeigten, wie schwierig es ist, Familie und Unternehmen in Einklang zu bringen, zog der Referent die Zuhörer auch mit einem sympathischen und engagierten Vortrag in seinen Bann“, so Kamlage.
Insbesondere die Einschätzung, dass „ viele über Generationen in Familienhand befindliche Unternehmen sehr robust sind und für die Inhaber Werte und der Erhalt des Unternehmens sehr wichtig sind“ fand viel Zustimmung. Gleiches galt für die Erfahrung, dass in den „Sozialsystemen sehr unterschiedliche Logiken vorherrschen und es gilt sich in diesem Spannungsverhältnis zurecht zu finden.“ Schließlich sei man in der Familie bemüht, dass alle das gleiche bekämen. „Eine Vorgehensweise, die im Unternehmen nicht immer sinnvoll ist.“
„VorlesungEN“ soll in diesem Jahr fortgesetzt werden, möglich sind Veranstaltungen mit weiteren Hochschulen beispielsweise aus Bochum, Dortmund, Wuppertal oder Iserlohn. Dabei können die Unternehmen mitentscheiden, welche Themen angeboten werden und sind dazu aufgefordert sich mit Kamlage in Verbindung zu setzen.
Stichwort Wittener Institut für Familienunternehmen
Das Institut ist in Deutschland der Pionier und Wegweiser akademischer Forschung und Lehre zu Besonderheiten von Familienunternehmen. Bereits bei der Institutsgründung 1998 wurde das Fundament für eine konsequent interdisziplinäre Ausrichtung gelegt. Die drei Forschungsbereiche Betriebswirtschaftslehre, Psychologie/Soziologie und Rechtswissenschaften bilden das wissenschaftliche Spiegelbild der Gestalt von Familienunternehmen. Mit aktuell 12 Professoren leistet das WIFU mittlerweile seit über mehr als 10 Jahren einen signifikanten Beitrag zur generationenübergreifenden Zukunftsfähigkeit von Familienunternehmen.