
(pen) Nach dem Ausbruch der Amerikanischen Faulbrut in einem Bienenstand in Sprockhövel hat das Veterinäramt des Ennepe-Ruhr-Kreises einen Sperrbezirk eingerichtet. Er umfasst den gesamten Stadtteil Haßlinghausen. Ziel ist es, ein weiteres Ausbreiten der Bienenseuche zu verhindern.
Wer innerhalb des Sperrbezirks Bienen besitzt, für den gelten nach Angaben der Kreisverwaltung einige Auflagen. So sind alle Bienenvölker - so weit noch nicht geschehen - unverzüglich unter Angabe des Standortes beim Ennepe-Ruhr-Kreis zu melden und Bienenvölker und Bienenstände müssen amtstierärztlich auf die Amerikanischen Faulbrut untersucht werden. Es ist verboten, bewegliche Bienenstände von ihren Standorten abzutransportieren und lebende oder tote Bienen, Waben, Wabenteile, Wabenabfälle, Wachs, Honig, Futtervorräte und benutzte Geräte aus den Bienenständen zu entfernen. Ebenfalls unzulässig ist es, Bienen in den Sperrbezirk zu bringen.
„Nach heutigem Erkenntnisstand gehen wir von einem Einzelfall aus. Erste Untersuchungen von Bienenständen in der Nachbarschaft haben keine Hinweise auf weitere Infektionen geliefert“, so Dr. Annemarie Schüer vom Veterinäramt.
Als Infektionsquellen der Amerikanischen Faulbrut, die durch Bakterien hervorgerufen wird, kommen unter anderem verseuchte Waben und infiziertes Imkermaterial, das Verfüttern von infiziertem Honig und mangelnde Hygiene am Bienenstand infrage. Der Erreger wird über erwachsene Bienen, die nicht erkranken können, auf die im Stock vorhandene Brut übertragen. In den Larven vermehrt sich der Erreger und tötet den Nachwuchs. Übrig bleibt nur eine schleimige, fadenziehende Masse. Diese trocknet als bräunlicher Schorf ein und die Bakterien werden zu Sporen. In dieser Form können sie jahrzehntelang infektiös sein. Folge: Werden infizierte Zellen von anderen Bienen geputzt, tragen diese die Erkrankung weiter.
Die Faulbrutinfektion ist nicht heilbar, befallene Völker werden in der Regel abgetötet. Für Menschen ist die Faulbrut ungefährlich, gleiches gilt für mit Sporen belasteten Honig, der unbedenklich verzehrt werden kann. Für Imker gilt allerdings: Von Bienen ist infizierter Honig fernzuhalten, da sie sich daran anstecken können. Gerade im Honig sind die Sporen nämlich besonders gut haltbar. er ist damit eine Quelle für Neuinfektionen.
Weiter Auskünfte erteilt das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Ennepe-Ruhr-Kreises unter der Telefonnummer 02336/93 2412.