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Vier weitere Fälle von Faulbrut bei Bienen - Sperrbezirk wird erweitert

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05. Juli 2012
Vier weitere Fälle von Faulbrut bei Bienen - Sperrbezirk wird erweitert

(pen) Nach dem bereits Anfang Juni in einem Bienenstand in Sprockhövel die Amerikanische Faulbrut ausgebrochen war, bittet das Veterinäramt des Ennepe-Ruhr-Kreises jetzt erneut alle Imker um erhöhte Wachsamkeit. Anlass dafür sind vier weitere Fälle der Bienenseuche. Betroffen sind drei Bestände in Herzkamp sowie ein Bestand an der Stadtgrenze Schwelm/Sprockhövel. Die betroffenen Bienevölker wurden inzwischen getötet.

„Um ein weiteres Ausbreiten der Bienenseuche zu verhindern, haben wir darüber hinaus den bereits bestehenden Sperrbezirk deutlich vergrößert. Aus Sprockhövel zählen Haßlinghausen und Herzkamp dazu, in Schwelm der Stadtteil Linderhausen“, erläutert Dr. Annemarie Schüer vom Veterinäramt. Die genauen Grenzen des Sperrgebietes sowie die bei Seuchen übliche Allgemeinverfügung sind auf der Internetseite des Ennepe-Ruhr-Kreises (www.en-kreis.de) zu finden.

Wer innerhalb des Sperrbezirks Bienen besitzt, für den gelten nach Angaben der Kreisverwaltung einige Auflagen. So sind alle Bienenvölker - so weit noch nicht geschehen - unverzüglich unter Angabe des Standortes beim Ennepe-Ruhr-Kreis zu melden und Bienenvölker und Bienenstände müssen amtstierärztlich auf die Amerikanischen Faulbrut untersucht werden. Es ist verboten, bewegliche Bienenstände von ihren Standorten abzutransportieren und lebende oder tote Bienen, Waben, Wabenteile, Wabenabfälle, Wachs, Honig, Futtervorräte und benutzte Geräte aus den Bienenständen zu entfernen. Ebenfalls unzulässig ist es, Bienen in den Sperrbezirk zu bringen.

„Die neuen Fälle zeigen, wie wichtig es ist, diese Auflagen sehr genau zu beachten. Jeder Imker sollte momentan ein waches Auge darauf haben, ob er in seinen Beständen Anzeichen der Seuche, die sich in diesem Jahr besonders stark verbreitet, entdeckt“, unterstreicht Dr. Schüer. Insbesondere eingefallene Zelldeckel mit Löchern, die im Brutbereich gefunden werden, sowie  bräunlich fädenziehende Inhalte in den Brutzellen seien Alarmsignale und müssten dem Veterinäramt unverzüglich gemeldet werden.

Als Infektionsquellen der Amerikanischen Faulbrut, die durch Bakterien hervorgerufen wird, kommen unter anderem verseuchte Waben und infiziertes Imkermaterial, das Verfüttern von infiziertem Honig und mangelnde Hygiene am Bienenstand infrage. Der Erreger wird über erwachsene Bienen, die nicht erkranken können, auf die im Stock vorhandene Brut übertragen. In den Larven vermehrt sich der Erreger und tötet den Nachwuchs. Übrig bleibt nur eine schleimige, fadenziehende Masse. Diese trocknet als bräunlicher Schorf ein und die Bakterien werden zu Sporen. In dieser Form können sie jahrzehntelang infektiös sein. Folge: Werden infizierte Zellen von anderen Bienen geputzt, tragen diese die Erkrankung weiter.

Die Faulbrutinfektion ist nicht heilbar, befallene Völker werden in der Regel abgetötet. Für Menschen ist die Faulbrut ungefährlich, gleiches gilt für mit Sporen belasteten Honig, der unbedenklich verzehrt werden kann. Für Imker gilt allerdings: Von Bienen ist infizierter Honig fernzuhalten, da sie sich daran anstecken können. Gerade im Honig sind die Sporen nämlich besonders gut haltbar. er ist damit eine Quelle für Neuinfektionen.

Weiter Auskünfte erteilt das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Ennepe-Ruhr-Kreises unter der Telefonnummer 02336/93 2412.

 




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Ennepe-Ruhr-Kreis, Pressestelle, Pressesprecher Ingo Niemann (V.i.S.d.P.), Hauptstr. 92, 58332 Schwelm
Telefon: 02336/93 2062, Fax: 02336/93 12062
Mail: pressestelle@en-kreis.de, Internet: www.en-kreis.de