Ennepe-Ruhr-Kreis - Pressemeldungen


Kampagne „Pflege und Beruf“ zeigt gewünschten Erfolg

[Alle Meldungen]
[Medienarchiv]
[Pressemeldungen abonnieren]
[Pressemeldungen durchsuchen]
[Druckansicht]


[Zurück]

17. Mai 2013
Kampagne „Pflege und Beruf“ zeigt gewünschten Erfolg

(pen) „Seit wenigen Tagen werben wir auch mit einer Internetseite für unsere Kampagne ´Pflege und Beruf´ und mit dem Entsorgungsbetrieb AHE aus Wetter, dem DRK Witten und der Stadtverwaltung Gevelsberg konnten wir kurz vor dieser Veranstaltung drei weitere Firmen als Unterstützer gewinnen.“ Christa Beermann hatte gute Nachrichten für die 40 Teilnehmer des Treffens in den Räumen der Gevelsberger AVU im Gepäck. Und auch ihre Zwischenbilanz nach dem Start vor gut zwölf Monaten fiel positiv aus: „Stand heute beteiligt sich ein Dutzend Unternehmen an unserer Aktion. Mit Teilzeitarbeitsplätzen, sehr flexiblen Arbeitszeiten, einem betrieblichen Gesundheitsmanagement und Heimarbeit erleichtern sie ihren Beschäftigten den täglichen Spagat zwischen Arbeitsplatz und Pflegebett.“ Die Botschaft „Sie pflegen? Wir unterstützen sie“ zieht also die gewünschten Kreise im Ennepe-Ruhr-Kreis.

Das ist so erfreulich wie notwendig. Hinlänglich bekannt ist schließlich: Die Zahl der älteren, pflegebedürftigen Menschen steigt, die Frage der Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird zukünftig anders gestellt, muss neu beantwortet werden. Eine Erkenntnis, die Prof. Dr. Irene Gerlach, Forschungszentrum Familienbewusste Personalpolitik, nur unterstreichen konnte: „Bereits heute pflegen Beschäftigte, die Berufs- und Privatleben unter einen Hut bringen müssen, in einem von fünf Fällen Angehörige. Der demografische Wandel wird hier für ein deutliches Plus und bei der Kinderbetreuung für ein Minus sorgen. Die Anforderungen an Gesellschaft, Wirtschaft und Familien werden quasi einen Generationswandel erleben.“

Gerlachs Botschaften an die Wirtschaft waren eindeutig. Familienbewusste Unternehmen profitieren von deutlich geringeren Krankheits- und Fehlzeitenquoten, können sich über Beschäftigte freuen, die konzentrierter und motivierter zu Werke gehen. Der Einsatz rechne sich. „Unser Engagement für unsere Beschäftigten, die Unterstützung, die wir für sie organisiert haben, ist lohnend. Da kommt sehr viel zurück“, berichtete denn auch Erika Müller-Finkenstein vom Kampagnenpartner Hattinger hwg. Wie andere stuft sie Angebote für pflegende Beschäftigte auch als Pluspunkt ein, wenn es darum geht, Fachkräfte für ihr Unternehmen gewinnen zu können.

Der rege Austausch der Veranstaltungsteilnehmer vermittelte einen guten Eindruck darüber, wer wo steht. Schnell wurde klar: Keiner fängt bei Null an, niemand muss das Rad neu erfinden und ein Blick auf gute Beispiele in der Nachbarschaft lohnt sich immer. „Viele haben auch die Erfahrung gemacht, wer nach Wünschen in Sachen Pflege und Beruf fragt, bekommt mehr Rückmeldungen als erwartet. Beschäftigte machen ihr privates Thema, um das sich für sie vieles dreht, selten von sich aus offensiv zum Thema am Arbeitsplatz“, berichtet Beermann.

Um die Sprachlosigkeit zu brechen und Betroffene zu unterstützen, hat es sich in vielen Unternehmen bewährt, pflegenden Beschäftigten einen festen Ansprechpartner für ihre Bedürfnisse und Fragen an die Seite zu stellen. „Ebenso wichtig“, machte Ralf Stoffels, Geschäftsführer von biw Isolierstoffe deutlich, „sind möglichst individuelle Lösungen, unterschiedliche Angebote, die unterschiedliche Lebenssituationen berücksichtigen.“ Hier, so berichteten weitere Teilnehmer, sei in vielen Fällen Ideenreichtum, Flexibilität und Zusammenarbeit entscheidender als Geld.

Die Botschaften verfehlten ihre Wirkung nicht. Noch auf der Veranstaltung stellte die Sparkasse Ennepetal-Breckerfeld in Aussicht, sich an der Kampagne zu beteiligen und auch Hans-Peter Rapp-Frick, Geschäftsführer der SIHK, gab zu Protokoll: „Wir wissen, dass die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf ein wichtiges Thema in Unternehmen ist, auch wenn es von den Beschäftigten nicht immer offensiv benannt wird. Wir wollen es künftig innerhalb der SIHK stärker angehen, weil wir die kreisweite Kampagne nur glaubhaft unterstützen können, wenn wir uns selbst für unsere pflegenden Beschäftigten engagieren."

Ansprechpartnerin für Rückfragen zur Veranstaltung sowie für Anmeldungen ist Christa Beermann, Demografiebeauftragte des Ennepe-Ruhr-Kreis und Koordinatorin des Netzwerk W(iedereinstieg) EN, Tel.: 02336/93 2223, Email: C.Beermann@en-kreis.de.

Stichwort „Kampagne Pflege und Beruf“
Auf Postkarten und Plakaten und jetzt auch im Internet unter www.arbeiten-pflegen-leben.de demonstrieren nicht nur Unternehmen ihre Unterstützung für pflegende Beschäftigte. Mit der Aussage „Ich pflege meine Mutter“ wollen Pflegende anderen Pflegenden Mut machen und dazu beitragen, die Öffentlichkeit für das Thema und die Belastungen der Betroffenen zu sensibilisieren. Initiiert wurde die Kampagne vom Netzwerk W(iedereinstieg) Ennepe-Ruhr.

Unternehmen, die die Kampagne unterstützen, im Überblick
AVU Gevelsberg, hwg Hattingen, HAZ Arbeit + Zukunft/Hattingen, VHS Witten/Wetter/Herdecke, IG Metall Bildungszentrum Sprockhövel, SIHK zu Hagen, biw Isolierstoffe/Ennepetal, DRK Witten, Stadt Gevelsberg, AHE Entsorgungsfachbetrieb/Wetter, Sparkassen Ennepetal-Breckerfeld, Zentrum für individuelle Prävention/Wetter




Zu dieser Meldung können wir Ihnen folgende Medien anbieten:

pflege&beruf

Lebhafte Diskussionen wurde von den Unternehmensvertretern genutzt, um zu hören, was andere bereits machen und wo sie ansetzen könnten, um ihre Beschäftigten zu unterstützen/Foto: AVU/Henkel
pflege&beruf



pflege&beruf1

Unterstützer der Kampagne berichteten von ihren Erfahrunge /Foto: AVU/Henkel
pflege&beruf1


[Zurück]

Ennepe-Ruhr-Kreis, Pressestelle, Pressesprecher Ingo Niemann (V.i.S.d.P.), Hauptstr. 92, 58332 Schwelm
Telefon: 02336/93 2062, Fax: 02336/93 12062
Mail: pressestelle@en-kreis.de, Internet: www.en-kreis.de