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„Der Ennepe-Ruhr-Kreis macht vor, was geht“

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28. Mai 2013
„Der Ennepe-Ruhr-Kreis macht vor, was geht“

(pen) „Sie machen vor, was geht. Sie gehen voran. Sie sind besser. Der heutige Tag ist ein guter Tag für den Ennepe-Ruhr-Kreis, ein guter Tag für Nordrhein-Westfalen.“ Johannes Remmel, NRW-Minister für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz hatte anlässlich der offiziellen Eröffnung der Biogasanlage in Witten jede Menge lobende Worte im Gepäck.

 

Lange vor Fukuschima haben sich Politik und Verwaltung im Ennepe-Ruhr-Kreis Gedanken über die Energieversorgung der Zukunft gemacht, sich die Frage gestellt, welche Möglichkeiten es vor Ort gibt, um hier einen Beitrag zu leisten. Als gelungene Antwort bewertet Remmel den Ansatz aus Biomüll, also aus Speiseabfällen, Kaffeefiltern und Grünschnitt Strom werden zu lassen. „In der Zweitverwertung von Produkten und Stoffen, an der Schnittstelle zwischen Abfall und Energie stecken noch viele Potentiale. Sie zeigen, wie man sie nutzen kann. Ich wünsche mir, dass sich viele andere Kommunen hier bei Ihnen im Ennepe-Ruhr-Kreis ein Bild davon machen und Ihrem Beispiel folgen. Es wäre wünschenswert“, so Remmel.

 

Bereits seit Anfang des Jahres wird der Biomüll der Haushalte im Kreis zu Strom vergoren. Die von der AHE im Auftrag der Kreisverwaltung mit einer Investition von 15 Millionen Euro gebaute und betriebene Anlage verarbeitet jährlich rund 25.000 Tonnen zu 4,5 Millionen Kilowattstunden. „Dies entspricht dem Jahresverbrauch von 2.000 Haushalten. Weiterer Effekt der Anlage: Der Umwelt werden 4.000 Tonnen Kohlendioxid erspart“, berichtete Landrat Dr. Arnim Brux den rund 150 Gästen aus Verwaltung, Politik und Wirtschaft. Zufrieden verwies er auf die Vorreiterrolle des Kreises in Sachen regenerativer Energiegewinnung. „Und, wer Fukushima vor Augen hat, der hält die mit dieser Anlage für die Bürger verbundenen Mehrkosten von 1,37 Euro pro Einwohner und Jahr für die Abfallentsorgung sicher für vertretbar.“

 

Auch in unmittelbarer Nähe der Anlage musste übrigens kein Gast die Nase rümpfen. Anlieferung, Verrottung und Nachbehandlung des alles andere als geruchsneutralen Bioabfalls finden in abgeschlossenen Hallen statt. Moderne Technik für zwei Millionen Euro, darunter Absaug- und Filteranlagen, schnell schließende Tore und Luftschleieranlagen, lassen Nichts ungefiltert nach außen. Stunde für Stunde passieren gut 50.000 Kubikmeter Luft das Röhrensystem und die Biofilter, werden erst dann bestend gereinigt ins Freie geblasen.

 

„Wer“, berichtete der Landrat von seiner ersten Tour durch die Anlage, „seine Nase allerdings in die Halle steckt, der hat den Geruch sofort und sehr intensiv in jeder Faser seiner Kleidung. Dieser Schritt sollte also gut überlegt sein.“ Die Warnung kam an, viele Gäste beließen es bei einem Informationsrundgang um die Gebäude. Dabei erfuhren sie von AHE Geschäftsführer Klaus Erlenbach: „Neben Strom produzieren wir hier mit klassischem Kompost und Flüssigdünger zwei weitere Stoffe. Zielgruppe sind Hobbygärtner beziehungsweise die Landwirtschaft und Gartengroßbetriebe. Die Nachfrage hat sich bereits in den ersten fünf Betriebsmonaten sehr gut entwickelt.“

 

Um seine Mitarbeiter in der Vergärungsanlage, also die Millionen von Bakterien, zufrieden zu stellen und zu Höchstleistungen anzuregen, wünscht sich Erlenbach von den Bürgern ein noch besseres Sammelverhalten beim Biomüll. „Ja, mit 75 Kilogramm pro Einwohner und Jahr ist der Ennepe-Ruhr-Kreis landesweit schon weit vorne. Allerdings geht noch was, heute finden sich noch 30 Prozent Biomüll, darunter insbesondere Speiseabfälle, in der Restmülltonne. Da sind sie aber verloren. Hier sollte jeder einzelne Bürger etwas ändern.“

 

Einen Tag nach der offiziellen Eröffnung waren auch interessierte Bürgern eingeladen, sich Einblicke in die Anlage und ihre Arbeitsweise zu verschaffen. 900 Gäste nahmen die Einladung der AHE an, ließen sich bei Führungen informieren. Ihr Urteil zur Geruchsbelästigung: „Innen pfui, außen hui. Die Technik hält die Gerüche tatsächlich  in der Halle.“

 

Biotonne und Biomüll im Ennepe-Ruhr-Kreis

 

Die Biotonne gibt es im Ennepe-Ruhr-Kreis bereits seit 1992. Wie in vielen anderen Kommunen wurde der Inhalt in Kompostierungswerken verwertet. Als es für die Zeit ab 2013 galt, die Entsorgung des Biomülls vertraglich neu zu regeln, war dies für Kreisverwaltung und Kreispolitik 2010 Anlass, um über neue Wege nachzudenken und die Produktion regenerativer Energie aus Biomüll zu prüfen. Ergebnis: Das Vorhaben ist ökologisch sinnvoll und ökonomisch machbar. Im Juni 2011 erhielt dann am Ende aller Planungen und Ausschreibungen die AHE aus Wetter den Zuschlag für Bau und Betrieb der Anlage in Witten. Der Vertrag hat eine Laufzeit von 15 Jahren.




Zu dieser Meldung können wir Ihnen folgende Medien anbieten:

Einweihung Biogasanlage

Konnten Minister Johannes Remmel (zweiter von links) zur offziellen Eröffnung begrüßen: Klaus Erlenbach, Dr. Arnim Brux und Klaus Tödtmann, Fachbereichsleiter Bau und Umwelt der Kreisverwaltung/Foto: UvK/Ennepe-Ruhr-Kreis
Einweihung Biogasanlage



Einweihung Biogasanlage/Stromtonne

Gruppenbild mit Minister an der Stromtonne: Um für Strom aus Biomüll zu werben, setzt der Ennepe-Ruhr-Kreis auf eine "Stromtonne", die den Weg vom Kaffeefilter zum Kaffeekochen veranschaulicht/Foto: UvK/Ennepe-Ruhr-Kreis
Einweihung Biogasanlage/Stromtonne



Einweihung Biogasanlage/Rundgang

Bei einem Rundgang um die Anlage ließ sich Minister Johannes Remmel die Arbeitsweise erläutern/Foto: UvK/Ennepe-Ruhr-Kreis
Einweihung Biogasanlage/Rundgang


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Ennepe-Ruhr-Kreis, Pressestelle, Pressesprecher Ingo Niemann (V.i.S.d.P.), Hauptstr. 92, 58332 Schwelm
Telefon: 02336/93 2062, Fax: 02336/93 12062
Mail: pressestelle@en-kreis.de, Internet: www.en-kreis.de