(pen) Nachdem Landrat Dr. Arnim Brux sich am Montag in der Sitzung des Kreisausschusses für die Arbeit und den Einsatz der Mitglieder der Feuerwehren und Hilfsorganisationen beim Starkregenereignis in der letzten Woche ausdrücklich bedankt hatte, macht der Ennepe-Ruhr-Kreis jetzt gemeinsam mit der AHE den Hochwasseropfern in den neun Städten kostenlose Hilfsangebote. Sie gelten bis zum 6. Juli.
„Möbel, Elektrogeräte oder Kleidung sowie alles andere, was durch Wasserschäden als nicht mehr brauchbar gelten muss, kann, soweit es nicht von den kreisangehörigen Städte durch Sperrmüllsondertouren abgeholt wird, bis auf weiteres kostenlos an den Umladeanlagen in Gevelsberg und Witten abgegeben werden. Wir hoffen, den Betroffenen hiermit zumindest ein wenig unter die Arme greifen zu können“, skizziert der Landrat.
Bürger, die keine Möglichkeit haben, ihre vom Wasser beschädigten Gegenstände zu den Umladeanlagen zu fahren oder die städtische Sperrmüllabfuhr zu nutzen, werden vom Entsorgungsunternehmen aus Wetter unterstüztz. „In diesen Fällen bringen wir einen Container und übernehmen anschließend Transport und Entsorgung“, so AHE Geschäftsführer Klaus Erlenbach.
Wer die Angebote nutzen möchte, muss sich vorab an die Kreisverwaltung wenden und mitteilen, an welcher Umladeanlage er was anliefern möchte. Im Kreishaus werden auch die Containerwünsche gesammelt und weitergeleitet. Ansprechpartner sind Elisabeth Henne, Telefon 02336/93 2332 und Karina Birka, Telefon 02336/93 2331.
Stichwort Starkregen am 20. Juni
Am vergangenen Donnerstag waren in den Mittagsstunden im Ennepe-Ruhr-Kreis Niederschlagsmengen zu verzeichnen gewesen, die statistisch betrachtet nur alle hundert Jahre einmal erreicht werden. So wurden in Sprockhövel 67 Liter pro Quadratmeter gemessen, in Witten waren es 50 Liter. Innerhalb von gut zwei Stunden waren die Pegel der Elbsche in Wengern von 35 auf 143 Zentimeter und der Ruhr von 160 auf 280 Zentimeter gestiegen. Die Kreisleitstelle verzeichnete am Ende insgesamt 514 unwetterbedingte Einsätze, an denen 572 Feuerwehrkräfte und 55 THW Angehörige aus allen kreisangehörigen Städten beteiligt waren.
Von den Schäden, die in die Millionen gehen, ist auch die Kreisverwaltung betroffen. Im Schwelmer Kreishaus sind momentan die beiden größten Sitzungsräume nicht nutzbar, die Kreissporthalle in Sprockhövel musste gesperrt werden und auch in der Kämpenschule in Witten und der Wilhelm-Kraft-Gesamtschule in Sprockhövel hat das Wasser Spuren hinterlassen. Besonders bitter: An der Gesamtschule ist ein Bereich betroffen, der gerade erst saniert worden war und nun vermutlich mit einer sechsstelligen Summe erneut instand gesetzt werden muss.