(pen) Die Notärzte im Ennepe-Ruhr-Kreis können sich über neue moderne Einsatzfahrzeuge freuen. Der Ennepe-Ruhr-Kreis hat sie als Träger des Rettungsdienstes angeschafft, Landrat Dr. Arnim Brux, Rolf-Erich Rehm, verantwortlicher Abteilungsleiter der Kreisverwaltung und Dr. Michael Laubmeister, ärztlicher Leiter Rettungsdienst, übergaben die Autos vom Typ VW T5 jetzt ihrer Bestimmung.
„Eigentlich wollten wir hier und heute fünf Fahrzeuge in Dienst stellen“, führte Brux an der Kreisfeuerwehrzentrale in Gevelsberg aus. „Aber das Unwetter hat uns vor gut zwei Wochen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Ein Wagen erlitt auf dem Transport in den Kreis einen elektrischen Totalschaden, ein zweiter wurde so stark beschädigt, dass er nicht ausgeliefert werden konnte. Vorgesehen und vorbereitet waren sie für die Standorte Hattingen und Witten. Die dortigen Notärzte müssen sich nun leider noch gedulden.“
In Schwelm und Herdecke ersetzen die Bullis ihre gut fünf Jahre alten Vorgänger, die im Schnitt jeweils mehr als 200.000 Kilometer auf dem Tacho hatten. „Die Besatzung, also Rettungsassistenten und Notarzt, haben Zugriff auf digitale und analoge Funktechnik und können so sicher mit der Leitstelle im Kreishaus kommunizieren. Selbstverständlich ist auch die Medizintechnik, zu der beispielsweise Beatmungsgerät und Defibrillator zählen, auf neuestem Stand“, nennt Rehm wesentliche Ausstattungsmerkmale.
Für die fünf Fahrzeuge investierte der Kreis 775.000 Euro. Diese verteilen sich auf die Anschaffungskosten für die Grundmodelle sowie den anschließenden Umbau, der von einer Spezialfirma in Wietmarschen in der Grafschaft Bentheim übernommen wurde.
Stichwort Rendevous System
Wie viele andere Städte und Kreise setzt auch der Ennepe-Ruhr-Kreis im Rettungsdienst auf das so genannte Rendevous-System. Rettungswagen und Notarzt fahren getrennt zum gleichen Einsatzort, wo sich die Besatzungen gemeinsam um Erkrankte und Verletzte kümmern. Experten sehen in diesem System eine Reihe von Vorteilen. So bleibt der Notarzt beispielsweise bei Einsätzen, in denen er nicht benötigt wird und ein Rettungswagen ausreichend ist, verfügbar. und schneller wieder frei ist er in den Fällen, in denen der Patient ohne ärztliche Begleitung ins Krankenhaus gefahren werden kann. Zudem ist das Fahrzeug des Notarztes wendiger und schneller als der Rettungswagen und erreicht manche Einsatzorte wegen seiner im Vergleich zum Rettungswagen geringeren Abmessungen besser.
Im Ennepe-Ruhr-Kreis gibt es vier Standorte für Notärzte, je einen am Evangelischen Krankenhaus in Hattingen, am Gemeinschaftskrankenhaus in Herdecke und am Marienhospital in Witten sowie zwei am Helios-Klinikum in Schwelm. Dazu kommen fünf zusätzliche Standorte für Rettungswagen. Alle Einsätze, darunter die jährlichen 14.500 Fahrten der Notärzte, werden durch die Leitstelle im Kreishaus koordiniert. Im Durchschnitt ist ein Notarzt acht Minuten nach Alarmierung an der Einsatzstelle.