(pen) „Demenz betrifft uns alle, mittelbar oder unmittelbar. Erkrankte, Angehörige, professionelle Helfer und Nachbarn. Mit einer zweitägigen Veranstaltung möchte der Arbeitskreis Demenz im südlichen Ennepe-Ruhr-Kreis diese Krankheit zum wiederholten Mal in den Blickpunkt rücken, über einzelne Aspekte ins Gespräch kommen und diskutieren.“ Susanne Auferkorte, Leiterin der Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe (KISS EN-Süd), hofft für das Angebot am Freitag, 20. September, und Samstag, 21. September auf viele interessierte Teilnehmer. Schauplatz des Fachtages „Miteinander leben“, der zeitlich parallel zum Welt-Alzheimer-Tag am 21. September stattfindet, ist das Haus Ennepetal (Gasstr. 10).
Aktuell leben in Deutschland rund 1,4 Millionen Menschen, die an Demenz erkrankt sind, zwei Drittel von ihnen sind von Alzheimer betroffen. Bleibt ein Durchbruch in Prävention und Therapie aus, wird sich die Zahl bis 2050 nahezu verdoppeln. „Insofern ist es unerlässlich das Thema wo immer möglich aus der Tabuzone zu holen, um ein gesellschaftliches Umfeld zu schaffen, das einen wertschätzenden Umgang mit demenzkranken Menschen ermöglicht. Denn der längere Verbleib eines Demenzerkrankten zu Hause hängt auch von der Toleranz der Nachbarschaft ab. Hinter jedem Einzelfall stehen persönliche Schicksale, die unsere Würdigung verdienen. Da sind die Betroffenen, die ihre Orientierung, ihr Gedächtnis und ihre Sprache verlieren und da sind die Angehörigen, die dem Verlauf der Krankheit hilflos gegenüber stehen“, skizziert Auferkorte das, was auch in vielen Familien im Ennepe-Ruhr-Kreis Tag für Tag verkraftet werden muss.
Eine Vielzahl von Referenten wird in Ennepetal Fragen aufgreifen, die für Ehrenamtliche und Professionelle bei der Betreuung und Versorgung von demenzkranken Menschen auftauchen können. Auf dem Programm stehen in Vorträgen und Workshops beispielsweise die Themen Musik- und Berührungstherapie, Aktivierungsangebote, Hilfe für Helfende sowie Umgang und Miteinander von Erkrankten, Betreuern und Angehörigen. „Als Experten konnten wir Therapeuten und Ärzte gewinnen, die seit Jahren Erfahrungen in Umgang und Betreuung mit und von Betroffenen gesammelt haben. Wir freuen uns auf sachkundige, praxisnahe Vorträge und lebhafte Diskussionen“, freuen sich die Mitglieder des Arbeitskreises.
Zwischen den einzelnen Angeboten informieren die Mitglieder des Arbeitskreises über ihre Angebote aus der ambulanten, teilstationären und stationären Betreuung, Mitglieder der Selbsthilfegruppen stehen als Gesprächspartner zur Verfügung und das Demenz-Servicezentrum Ruhr stellt sein Projekt „Archiv der Erinnerungen“ vor. „Außerdem ist die Ennepetaler Fachbuchhandlung Reiz mit einem Büchertisch vertreten und eine Ausstellung zeigt Bilder und Skulpturen, die Menschen mit Demenz gestaltet haben, sowie Fotos, die den Alltag Betroffener dokumentieren“, kündigen die Organisatoren an.
Begleitet wird der Fachtag auch von den Buchhandlungen Appelt aus Gevelsberg, Bäcker aus Ennepetal und Köndgen aus Schwelm. Sie werden ihre Schaufenster mit Blick auf Demenz und Alzheimer gestalten.
Die Teilnahme am Fachtag ist kostenlos, eine Anmeldung nicht erforderlich. Angehörige, die das Betreuungscafé nutzen möchten, um teilnehmen zu können, werden allerdings gebeten, dies im Vorfeld mitzuteilen. Ein Informationsblatt mit Programmablauf liegt in allen Rathäusern im südlichen Ennepe-Ruhr-Kreis aus. Ansprechpartnerin für Rückfragen ist Susanne Auferkorte, Tel.: 02332/664029.
Fachtag im Überblick
Freitag, 20. September, 9 bis 16.30 Uhr
Samstag, 21. September, 13.30 bis 17.30 Uhr