Bocholt, 18. Oktober 2013
Kultur: "Den Rechten den Boden untergraben"
Ausstellung zum Widerstand gegen den Nationalsozialismus im Münsterland wird am 23. Oktober eröffnet
Bocholt (PID).
Am kommenden Mittwoch, 23. Oktober 2013, 15 Uhr, eröffnet Bürgermeister Peter Nebelo in der Eingangshalle des Medienzentrums die Ausstellung „Widerstände gegen den Nationalsozialismus im Münsterland“ mit einer lokalgeschichtlichen Ergänzung von Josef Niebur und Hermann Oechtering.
Die Ausstellung des Geschichtsorts Villa ten Hompel stellt 16 bislang unbekannte Menschen vor, die sich in ihrer „kleinen“ Lebenswelt vor Ort der nationalsozialistischen Unrechts- und Gewaltherrschaft widersetzt haben. An ihrem Beispiel, an ihren Lebenswegen, Handlungsräumen und Entscheidungen werden Möglichkeit und Vielfalt der Widerstände im Münsterland verdeutlicht.
Der Geschichtsort Villa ten Hompel, Münster, zeigt gemeinsam mit dem VHS-Arbeitskreis Synagogenlandschaften, Bocholt, diese Ausstellung vom 23. Oktober bis zum 10. November 2013. Niebur und Oechtering vom VHS-Arbeitskreis haben dazu eine lokalgeschichtliche Ergänzung erarbeitet.
Antonia Brüning war Hausfrau in den 1940er Jahren in Bocholt. Kaum jemand traute der sechsfachen Mutter zu, dass sie ihren Nachbarn jüdischen Glaubens Martha und Bertolt Löwenstein trotz der Pöbeleien der Nazis beistand und ihnen Lebensmittel in das so genannte Judenhaus Bahnhofsstraße 16 brachte. Das konnte für Antonia Brüning gefährlich werden. Sie ist nur eine von sieben Bocholterinnen und Bocholtern, die in der Ausstellung über Widerstand und nonkonformes Verhalten in Bocholt vorgestellt werden. Bei der Ausstellungseröffnung werden die Angehörigen der hier Gewürdigten, Antonia Brüning, Oswald Ludwig, Josef Jakob, Josef Fehler; Josef Schmitz, Bernhard Otte sowie Pfarrer Johannes Sonnenschein, anwesend sein.
Der Titel der Bocholter Ausstellung „Wir müssen den Rechten, den Nationalsozialisten, von vornherein den Boden untergraben.“ ist einer Wahlkampfrede des Bocholter Zentrums-Landtagsabgeordneten und KAB-Sekretärs Josef Jakob vom 6. April 1932 entnommen.
Die Ausstellung ist während der Öffnungszeiten des Medienzentrums (di, mi u. fr: 10 - 12 Uhr, 14 - 18 Uhr, do: 12 - 20 Uhr, sa: 10 - 13 Uhr) öffentlich zugänglich.
Pressekontakt: Stadt Bocholt - Fahrradfreundlichste Stadt Deutschlands, VHS, Reinhold Sprinz, Telefon +49 2871 252234, E-Mail: rsprinz@mail.bocholt.de