Pressemeldung der Stadt Bocholt

Bocholt, 05. September 2000

Video über Jeanette Wolff an der Stadtbildstelle

Bocholt (pd).

Alle weiterführenden Schulen der Stadt Bocholt erhalten kostenlos eine Viedeocassette zu Jeanette Wolff, über deren Leben und Wirken im Mai 2000 eine wissenschaftliche Tagung stattfand.

Brigitte Eckes von der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Niederrhein/Westmünsterland und Stadtarchivar Dr. Hans D. Oppel führten ein Gespräch mit Edith Marx, der Tochter von Jeanette Wolff, die 1888 in Bocholt geboren worden ist und 1976 in Berlin starb. Frau Marx konnte dabei sehr interessante Details über die politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse der Nazizeit berichten. Jeanette Wolff gehörte als Jüdin und Sozialistin bereits während der Weimarer Republik zu den wenigen Kommunalpolitikerinnen Westfalens. Infolgedessen wurde sie von den Nazis inhaftiert und in ein Konzentrationslager gebracht. Von ihrer Familie überlebten nur sie und ihre Tochter den Holocaust. Trotzdem verlor sie nie ihre lebensbejahende Einstellung.

Im Deutschland der Nachkriegszeit arbeitete Jeanette Wolff als jüdische Verbandspolitikerin und Bundestagsabgeordnete tatkräftig am Aufbau einer demokratischen Gesellschaft mit.