Bocholt, 06. Oktober 2016
Fairtrade Stadt #Bocholt: Vortrag über den konventionellen und nachhaltigen Baumwollanbau
Bocholt (PID). Rund 30 Besucherinnen und Besucher folgten am Dienstag, 27. September 2016, dem Vortrag zum Thema „Dschungel der Labels für faire Textilien“ im Bocholter TextilWerk. Referent Ralf Hellmann, Geschäftsführer der Firma Dibella, berichtete im Rahmen seines Vortrags auch über seine persönlichen Erlebnisse auf den weitläufigen Baumwoll-Feldern Indiens.
Hellmann, der sich im Jahr 2014 im Rahmen einer Geschäftsreise die Arbeitsbedingungen von Baumwollbauern in Indien anschaute, konnte aus eigenen Erfahrungen berichten, wie mühsam es ist, ein Kilogramm Baumwolle bei Temperaturen von über 40 Grad, zu pflücken. Zudem berichtete er von den negativen Auswirkungen des konventionellen Baumwollanbaus.
Gentechnisch verändertes Saatgut
Durch gentechnisch verändertes Saatgut seien die Bauern jedes Jahr erneut verpflichtet, neues Saatgut zu kaufen. Dies führe zu einer Armutsspirale. In Folge dessen gäbe es in Indien eine hohe Suizidrate bei Baumwollbauern, so Hellmann. Durch den Einsatz von Pestiziden, Herbiziden und Kunstdüngern seien zudem gesundheitliche und ökologische Folgen zu spüren.
Neben den eigenen Erlebnissen zeigte Hellmann alternative Wege zum konventionellen Baumwollanbau auf. Diese würden weit über die grundlegende Existenzsicherung der Baumwollbauern hinausgehen, erklärte Hellmann.
App bringt Klarheit im Siegel-Dschungel
Anhand des Entstehungsprozesses eines nachhaltig produzierten Textils aus biologischer Baumwolle verdeutlichte der Referent anschließend die Vorteile einer nachhaltigen Produktion.
Im Anschluss beantwortete Hellmann alle Fragen rund um die aktuelle Siegel-„Inflation“. Denn derzeit würden nur GOTS-Siegel (Global Organic Textile Standard) und das Fairtrade-Siegel eine lückenlose Transparenz entlang der Produktion sichern. „Bei diesen Siegeln kann der Verbraucher sich sicher sein, dass sein erworbenes Textil ohne ausbeuterische Strukturen im Textilsektor hergestellt wurde“, so Hermann. „Die Nachfrage nach Bio-Baumwolle und faire Kleidung steigt auch in Bocholt“, erklärt Barbara Böggering, Mitglied des Lenkungsausschusses Fairtrade-Stadt Bocholt, die den Informationsabend organisierte. Ihr Tipp: „Fragen Sie im Laden nach Bio-Baumwolle mit dem Siegel von GOTS oder Fairtrade.“ Außerdem verwies Hellmann auf die App „Siegelklarheit“, die über mobile Endgeräte, also Smartphones oder Tablets, direkt beim Einkauf vor Ort eine Orientierung im Label-Dschungel bietet.
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