Bocholt, 22. Dezember 2016
Europabüro #Bocholt: Grüße zum Jahreswechsel in alle Welt
Bürgermeister Peter Nebelo schreibt ehemaligen jüdischen Mitbürgern
Bocholt (EUBOH). 13 ehemalige Mitbürger der Stadt Bocholt jüdischen Glaubens erhalten zum Jahreswechsel Post von Bürgermeister Peter Nebelo. Seine Grüße gehen in die USA, nach Argentinien, Chile, Paraguay und Deutschland. Die Tradition, den früheren Bocholtern zum Jahreswechsel Neues aus ihrer früheren Heimat zu berichten, übernahm Nebelo ürbigens vom verstorbenen Oberbürgermeister Günther Hochgartz.
In jedem Jahr schreibt Nebelo weniger Bürgern diesen Brief, da immer wieder einige als unzustellbar zurückkommen. Deshalb wirbt er im jetzigen Schreiben darum, dass die Empfänger möglichst ehemalige Bocholter melden, die vielleicht noch keine Post aus ihrer alten Heimat bekommen.
NRW-Sonderpreis für Bocholt
Die Auszeichnung mit dem NRW-Sonderpreis als bestes Beispiel für kommunale Integrationsarbeit war ein Thema im jetzigen Brief an die ehemaligen Mitbürger. Die Stadt Bocholt hatte vom 29. April bis zum 1. Mai 2016 eine internationale Kulturreihe unter Einbindung von Flüchtlingen mit dem Künstlerprojekt „Open Spaces 2016 – Under construction – Zukunft bauen“, dem internationalen Kinder- und Familienfest am Textilwerk und dem Kunstcarrée in der Bocholter Innenstadt veranstaltet. Darüber hinaus diskutierten Delegationen aus den Partnerstädten und den benachbarten Niederlanden im ersten EU-Dialog zum Thema „Zur Situation der Flüchtlinge und Migranten im europäischen Vergleich“.
Deportation vor 75 Jahren
An die Deportation am 10. Dezember 2016 erinnerten Schüler des hiesigen St. Georg-Gymnasiums mit einer Gedenkveranstaltung vor dem Haus Bahnhofstraße 16. Von hier wurden vor 75 Jahren 25 Bocholter jüdischen Glaubens in das Getto im lettischen Riga deportiert. Nebelo berichtet in seinem Brief auch über den Vortrag „Makus, Amalie Sara hat am Vortag aus Angst Essig-Essenz getrunken“. Dieser fand am Holocaust-Tag im Bocholter Stadtmuseum statt.
Eine traurige Nachricht hatte Nebelo für die ehemaligen Mitbürger: Am 2. Februar 2016 verstarb nach schwerer Erkrankung der langjährige Vorsitzende des VHS-Arbeitskreises „Synagogenlandschaft“ Ferdinand Salomon van Loopik. Van Loopik hatte sich insbesondere durch seine binationale Erinnerungsarbeit große Verdienste erworben.
Besuche werden unterstützt
Immer einmal wieder besuchen Angehörige der ehemaligen Bocholter die Heimatstadt ihrer Vorfahren. Diese Besuche werden soweit möglich von der Stadt Bocholt, etwa mit einem offiziellen Empfang, unterstützt. Ehemalige Mitbürger jüdischen Glaubens, die selbst noch Bocholt besuchen, erhalten außerdem einen finanziellen Zuschuss zu ihren Reise- und Aufenthaltskosten.
Pressekontakt: Stadt Bocholt - Fahrradfreundlichste Stadt Deutschlands, Europabüro, Partnerschaftsbeauftragte Petra Taubach, Telefon +49 2871 252222, E-Mail: petra.taubach@mail.bocholt.de